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DER STEPHANSDOM

 

 

 

 

EINE KURZE GESCHICHTE

 

Die Stadtkathedrale von Shkodra ist dem Heiligen Stephan, Protomärtyrer, dem selben Patron der Kirche im Burg Rosafat  dessen Ruinen heute noch sichtbar sind, gewidmet. Einen wertvollen Beweis davon finden wir im Werk von Priester und Humanist Marin Barlezi,der berühmte Humanist der albanischen Kulturgeschichte. Er zitiert den Schutzpatron der Stadt in seinem Hauptwerk "Die Belagerung Shkodras", während die Osmanen die Stadt im Jahre 1478 belagerten.

Während den ersten Jahrhunderten der türkischen Herrschaft, waren die Bischöfe gezwungen außerhalb der Stadtgrenze zu residieren, da es ihnen verboten war innerhalb der Stadt zu wohnen. Der erste Bischof der in der Stadt  seit 1479 residierte, hieß Mons.Pal Pjeter Kamsi. Das geschieh dank der grossen Unterstützung seiner Familie und Verwandten, die ihren Einfluss zur Geltung brachten, wenn es Probleme mit den türkischen Behörden gab.

Die Gläubigen der Stadt verlangten den Bau eines Doms für ihre religiösen Bedürfnisse. Der Kaiser von Konstantinopel ( der Sultan) gutwilligte es mit einem Dekret im Jahre 1851. Die Bauarbeiten fingen erst 7 Jahren danach, am 7 April 1858, in der Anwesenheit des Stadthalters von Shkodra Ali Paschà. Die Ursache der Verspätung war das kostspielige Projekt eines österreichischen Architekten, dessen Name nie bekannt wurde.

Nachdem das Dekret vom Statthalter gelesen war, wurde der Boden bemessen und der Bischof Mons.Giovanni Topich weihte den ersten Stein und dann folgte das Bauen der Grundmauer. Es waren dabei anwesend: Dompfarrer Engjell Radoja und seine Mithelfer, manche Konsuln der verschiedenen Staaten, Bischöfe der Suffragahnbistümer des Erzbistums Antivari, Diözesanklerus, Ordensleute und Priesteramtskandidaten sowie andere Persönlichkeiten und viele Gläubige.

Der Dom ist unter den Namen "Die Großkirche" bekannt, da es in jener Zeit einer der größten Kirchengebäude der Halbinsel war. Das Bauen erfolgte in diversen Etappen. Das Dach wurde anfangs mit Holzpfosten errichtet, um die später durch Metallpfosten zu ersetzen. Die Decke wurde in viereckiger Form, nach dem Projekt von Architekt Kol Idromeno  gebaut.

 

 

Die Beschießung der Kathedrale

 

Shkodra, von der montenegrinischen Streitkräfte in den Jahren 1912/1913 belagert, beschützt von einem sehr tapferen Befehlshaber Hasan Rizà Paschà, wurde Zielobjekt der montenegrinischen Artillerie. Dem selben Geschick erlebte auch der Stephansdom, obwohl es offensichtlich eine Kirche war.Viele Stadtbewohner wurden dort untergebracht, darunter Frauen und Kinder, die es vorzogen einen sicheren Ort als ihre Häuser, die ständig beschossen wurden, zu finden, in der Hoffnung dass die Belagerer, die selbst Christen waren, die Kirche erspart hätten. Leider geschah das nicht und der Dom wurde sehr beschädigt, besonders an der südöstlichen Ecke und sogar der Glockenturm wurde in Brand gesetzt.

Leider war es nicht das letzte Sakrileg.

 

 

Während der kommunistischen Diktatur

 

Nach der Festnahme von Don Mikel Koliqi (am 3 Februar 1945) übernahm Don Ernest Maria Çoba die Dompfarrei bis zur seiner Bischofweihe am 20 April 1952. Nach der berüchtigten "Kulturrevolution" vom 1967, wurden alle Gebetshäuser Albaniens geschlossen: manche dem Boden gleichgemacht, andere in Schauspielhäuser und Volksmärkte verwandelt. Der Dom wurde in einer Sportshalle transformiert und diente im Jahre 1973, in der Anwesenheit des Diktators Enver Hoxha, als Treffpunkt des Frauenkongresses der KP Albaniens.

Der Fall der Berlinermauer und das Scheitern des sowjetischen Kommunismus in Osteuropa brachten ein Freiheitswind auch in Albanien ein. Die Religionsfreiheit und andere Freiheiten kamen zwischen 1990-1991 wieder zurück, um ihren altehrwürdigen Platz in der Gesellschaft zu besetzen. Am 7 März 1991 wurde der Dom öffentlich durch Pater Alex Baqli O.F.M wiedereröffnet. Die erste öffentliche Heilige Messe nach der Kulturrevolution wurde von Don Zef Simoni und andere Geistliche, in der Anwesenheit der Seligen Mutter Theresa von Calcutta und Tausenden von Gläubigen, zelebriert. Am 21 April 1991, in der noch als Sportshalle umgewandelte Kathedrale, erfolgte die Priesterweihe von Dom Gjergj Simoni durch den Bischoff  Nikoll Troshani. Der Heilige Stuhl, vertreten von Mons. Ivan Diaz als Gesandte des Papstes in Albanien, ermöglichte und finanzierte den Wiederaufbau und Restaurierung des Hl. Stephansdom von Shkodra.

Nach der Restaurierung wurde die alte Statue vom Erzengel Michael, der Teufelbezwinger, wiedergestellt, ein wertvolles Werk, eine Holzarbeit des Meisters Kol Idromeno, sowie eine von dem beiden Hl.Wasserbecken, Geschenk der Familie Pemma, von den Kommunisten beschlagnahmt.

Während seines historischen Besuchs in der Geschichte Albaniens, am 25 April 1993 zelebrierte der Heilige Vater Johannes Paulus II  in der Kathedrale,  in der Anwesenheit der Seligen Mutter Theresa, die Heilige Messe und weihte vier neue Bischöfe der wiedergeborenen Katholischen Kirche in Albanien: Mons.Frano Illia als Erzbischoff von Shkodra und Apostolisches Administrator von Lezha, Sapa und der Abtei von Orosh; Mons. Rrok Mirdita als Erzbischoff von Durrës-Tirana; Mons. Robert Ashta als Bischoff von Pult und Mons. Zef Simoni als Hilffs-Bischoff von Shkodër.

 

 

Andere wichtige Ereignisse

 

- 26 November 1994: Ernennung von Mons.Mikel Koliqi Kardinal der Röm.-Katholischen Kirche, sein Tod am 28 Januar 1997 und seine Bestattung in der Kathedrale.

- 22 Oktober 1997: Tod von Erzbischoff Mons. Frano Illia.

- 28 November 1997: Mons. Angelo Massafra O.F.M, Bischoff von Rrëshen und Apostolisches Administrator von Lezha, wird zum Apostolisches Administrator von Shkodra und Sapa ernannt.

- 28 März 1998: Der Heilige Vater Johannes Paulus II ernennt und weiht Mons.A.Massafra Erzbischoff der Erzdiozese Shkoder. Am 25 April 1998, in der Anwesenheit des Päpstlichen Gesandten in Albanien, Mons.Giovanni Bulaitis, des Hilffs-Bischoffs Mons. Zef Simoni, des Dompfarrers Mons.Luziano Augustini, Erzbischoff Massafra vollzieht den Eingang in die Kathedrale von Shkodra.

- Nach einiger Zeit wurde der neue Glockenturm errichtet, gebaut mit der finanziellen Unterstützung vom Herrn Kolë Cacaj, geweiht von Erzbischoff  Massafra den 16 November 1999.

- Ein sehr wichtiges Ereignis für die Kirche in Albanien, das letztlich ein Ritual geworden ist,

- war die Weihe der neuen Diözesan und Ordenpriester in der Kathedrale nach der kommunistischen Verfolgung, am 29 Juni 2000, die die Philosophisch-Theologische Ausbildung im Interdiozesanen Seminar von Shkodra abgeschlossen haben.

- Es ist auffällig für den Besucher, neben dem Allerheiligsten, eine Kopie des Leichentuchs Jesu, Geschenk des Erzbischoffs von Turin(Italien) an der Kathedrale im Jubiläumsjahr 2000 sowie die Kapelle der Albanischen Märtyrer und der Heiligen Chrisam.

- 10 November 2002: In der Anwesenheit von Kardinal Crescenzo Sepe wurde der Prozess der Heiligsprechung der 40 “Maertyrer” Albaniens eroeffnet.

- Seit dem Jahr 2005 gibt es Erneuerungsarbeiten im Dom: die Schützdecke wird gewechselt und die äußere Wand bemalt, das Presbyterium wird neugeordnet. Es gibt einen neuen Chorraum der in Shkoder fertiggestellt wurde, die Sakristei wird möbliert (2005), ein neues Lautsprechersystem wird montiert (2006), der Dom wird neu gemalt (2007)

 

 

Pfarrerliste  1930 - 2007

 

1-   Don  Gaspër Thaçi (1930 -19.03.1936)

2-        Don  Mikel Koliqi (18.11.1937 - 1991)

3-        Don  Zef Simoni (1992 - 23.04.1993)

4-        Mons. Loro Nodaj (1993 - 1995)

5-        Mons. Luzian Avgustini (14.07.1995 - 26.12.2006)

6-        Don Gjovalin Suka (Pfarrei Administrator seit - 22.01.2007)

 

Fotot: Angjelin Nënshati

Arti grafik: Luigj Mila

Shtypshkronja:

“Gjergj Fishta” Lezhë

 

Shkodër, Juli 2007

 

 

titujt Der Stephansdom

 
 
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